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Religion und Theologie Theil 6 (1827) Aelteste Urkunde des Menschengeschlechts ; 2
Entstehung
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des Menschengeschlechts. 248

entwickelt, schwer im Fortdrang, dunkel am Ende. Die Geschichte des Brudermords, das Urbildaller Kriege, im Beginn Unschuld, der Löw' inder Mitte, der Äusgang Schrecken, Bann undVerzweiflung. Die Geschichte der Kannten inFurcht und Flucht beginnend, in Poesie und Lor-beer (welch besserer Ton und Lohn könnt' ihnenwerden?) endend. Die stille Größe in Setbs Hauseendet in Henoch mit der stillesten Größe: in Noahmit einem Seufzer nach Ruhe. Sofort beginnetein anderer Ton: Triumph der Gottessöhne, Mahr-und Nitterton ihrer heroischen Thaten, bis die ge-waltige Reu - und Trauerstimme Gottes auch injeder Sylbe wiedcrtönt, eine Welt zu verwüsten.Die Sage hat. tausend Stimmen , sie ändert sichmit der kleinsten Farbe des Gegenstandes auch imTone, sie enthalt jeden Ton, wie alle Geschichte.Nirgend und überall sich selbst gleich. Geschicht-schreiber, Weise, Dichter, euer größtes und ver-kanntestes Vorbild. *)

Soll ich nun noch dem Götzen meine Knie beu-gen, auf den unsre Zeit so stolz ist, vor dem sieniederfallet unter Trompeten, Pauken und Eymbelnund unserer hundert Ehrcnholde Geschrei ? Sie nen-net ihn Geschichte der Menschheit, ein nicht zusam-mengesetzt, sondern gegossen Bild aus Gold, Sil-

*) Auch die Griechen und Römer besingen ihre erstenverschiedenen Zeitalter, als ein Ganzes, als ei-nen geschlossenen Cirkel, der mit der Fluth Deu-kalions endet! es ist aber lauter gebrochene Mahre»