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Religion und Theologie Theil 6 (1827) Aelteste Urkunde des Menschengeschlechts ; 2
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206
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Kain, seiner That, seinem Fluch, seinem Geschlech-te finden, die uns erstaunen. *)

Spricht sie uns aber nichts mehr, diese Gok-tcsahndunq des ersten Mörders? Sein Liebling, zudessen Tode er selbst die Flamme gewecket, das un-schuldige .Opfer an seinem Altar mit Blut de-Mörders wirds nicht gerächet: so rächet Gott nicht.Statt Eines unschuldig Erwürgten, noch Einenschuldig und also unglücklicher Erwürgten? zweytvdtc Geschöpfe? Uebel durch ein größeres Uebelvergolten? -Vielmehr bürgt er den Unglücklichen undnimmt den zitternden Flüchtling, nach seiner hartenBuße, selbst in Schutz; giebt ihm eine neue nochhärtere Welt, wohin Menschen noch nicht kommenwaren, wo Mörderhande und Geschlecht eines Mör-ders erfordert würde, cs zu bauen und zu bevöl-kern. Statt die Erde wüste zu machen, belebt ersie und ersetzt die Stelle des Verstorbenen. StattMörder hinzuopfern, bessert er sie und giebt ihnenein Land zu harter Buße. So rächet GottNur Menschen gab er die Rache des McnschenblutSmit Menschenblute, eben ihrer Schwache und derzunehmenden Herzensbärtigkeit wegen. Der ersteWürger, ein Brudermörder am Altar, vorm Ange-sicht des Herrn, am Rande des Paradieses, wirdnicht erwürgt, sondern gebürget.

Spricht sie uns nichts mehr, diese Gottesahn-dung? Wem gab Gott das erste Zeichen? wem

*) S. im Anhang, das zweyt« Fragment überdie Kabylen und Beduinen.