2o/j. Aelteste Urkunde
de empört sich: die Wüste ruft: der Leichnam flies-sec: Geschrei des Bims auf leerem Felde zwischenHimmel und Erde: „der Richter kommt: wo ist
„Er!" Die Erde flucht, die Wüste ruft, das Blutschreiet, der Mörder fliehet: wo soll er bleiben?
wen soll er sehen? den Vater, die Mutter, Ge-schwister, sich selbst, Himmel und Erde? — ,,Jst„denn für meine Sünde kein Rath?" rufr deraufs tiefste beklemmte, von allen Lebenden abgeson-derte , allem Lebendigen und Tobten, der ganzenSchöpfung Feind: ist meine Schuld denn ohne Ver-gebung, aller Vergebung zu groß, zu mächtig?Siche du treibest mich heute — schnell — itzt —plötzlich von der Erde, muß überall mich vor dei-nem Angesicht bergen, muß zitternd und flüchtigseyn auf der Erde — verlohrcn, hülflos, unend-lich elend — tausendfache Vergeltung! nicht einTod — Todesraub Alles, Alles, was mich findet— Gnade Gott dem Gefühl derer, die hier Trotz,pochende Vermessenheit und Verzweiflung alleinfanden! Das härteste, beklemmteste Flehen einesharten Menschen, eines Ackermanns, Brudermör-ders, Erstgebohrnen, KainS, der keine Thrane wei-nen kann und aufs rührendste bittet, weil er nichtzu bitten vermag. Er fühlt nichts: hört keinenweinenden Laut vom Blut des Bruders, sieht nichtseinen geliebten Schatten, kennt weder Vater nochMutter; fühlt sich ausgeworfcn der Schöpfung,von Gottes Angesicht vertrieben, verbannt von Al-lem, wo Leben, Licht, Freude athmet. Die Erdebellend, in Wüste, alle Ellementc in Wirrung,sich ewig im Nachen des Todes — Und der Er-barmec fühlt auch den innen, Seufzer des harten