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des Menschengeschlecht«. 199
dich selbst, und sey der stärkere Erftgebohrne! —Einzige Rettung vor dem Stolze, einen edlcrnSeolz zu erwecken, der sein Feind sey, der denLöwen tödte. Aber Kain ermannte sich nicht: erließ ihn schlafen, den Lewen, spielete mit ihm;und der Blutgierige hob sich. Das Wort des Va-ters war vergebens.
Die Pharisäischen Weisen rühmen, daß, dadie ersten zween Brüder, die Gott selbst, wie siemeynen, zum Lehrer gehabt, einandcr todtschlugen,unsre Brüdcrzeit sich nicht einander würge, mithin— denn mindere Folge kanns nimmer geben —die Mosaische Geschichte abgeschmackt sey, immerGötter und Teufel paare. Die Dichter, eben soverlegen, was sie aus Kain machen sollten, habenihn bald zum Teufel, bald zum Braven gedichtet,dem der süsse Schäfer nur immer in den Obrenschwirre — und so ist wieder alle Theilnehmungder gesunden Vernunft verlohren, oder man nimmtTheil, gerade, wo sies nicht wollen. Lasset unsauch hier nichts als Geschichte der ersten zweenBrüder, simple Menschheit, suchen, nach der Er-zählung, die offen daliegt.
Setzet ein Paar Verschiedene, Mann undWeib, und sie fügen sich ineinander, je verschiede-ner sie sind; die Ehe ist höchstes Bild von Zween,die Eins sind. Stelle Ellern und Kinder zusam-men, die Verschiedenheit ist zu ungleich. EineRabenmutter, die ihr Kind erdrückt; eine Spinne,die den verschlingt, der sie erzeuget. Fügt sich nichtAst und Baum in einander? Nun aber zweenBrüder, Zwillinge / mit gleichen Ansprüchen , auf