des Menschen geschieh cts. 177
Aber ein höherer Baum des Lebens blüht mitten imStrome des lautern, lebendigen Wassers,*) klarwie ein Krystall, das abrinnt vom Stuhle EotteSund des Lamms , und strömt durch alle Seelen underquickt die Todesgebeine seiner Brüder, und ver-siegt nimmer, und wird in jedem ein neuer Brunn-quell , quillend ins ewige Leben. Mitten im Stromund auf beyden Seiten blüht — nicht mehr einBaum — ein Hain von Baumen des Lebens, mitimmer neuen, unsterblichen Früchten für die Stam-me feiner erwählten Brüder, für jeden die seine;selbst von den Blattern des Baums genesen dieVölker, die ihn nicht kennen, die seine Früchtenicht kosten. Der Cherub hinweg: Paradies in je-^er Kinderfeele: werdet Kinder, und das Himmcl-ich ist euer! — Ist jener Kirchengcsang unwahrad übertrieben, der auch den gebeugten Luther insHimmelreich versetzte, und über den seine tiefsteLehre vom Sündenfall und von Gottesgnade im-mer Erklärung blieb:
Glückselige Schuld, der solch ein Heiland ward;
Berschen Uebel zu Christus Tod! —
— Aber, wenn wir rasen, sagt Paulus, sorasen wir Gott, und wenn wir Menschen reden,so reden wir nüchtern. Mußte menschlicher WeiseAdam fallen? Lasset uns den besten Zeugen, ihnselbst, fragen!
Mußtest du fallen, Adam? „Unsinniger, wird„er sagen, was war mir leichter, als das Gegen-„theil? WarS nicht Ein Baum? hatte ich nicht al-„le Baume ? wars nicht Gott, der mirs gesagt?
*) Offenb. Joh. 22.
Heeders Werke;. Rel. u.Theol. VI,
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