Druckschrift 
Religion und Theologie Theil 6 (1827) Aelteste Urkunde des Menschengeschlechts ; 2
Entstehung
Seite
152
Einzelbild herunterladen
 

132

Aeltcste Urkunde

Wenn er sich erhebet, so entsczen sich die Starken,'und wenn ec daherbricht, so ist keine Gnade. Erhat seinen Hals geziert mit schnellem Schrecken,und kleidet sich dunkel in seinen Grimm.

Aber auch ausdrückendes Symbol der jetzigenMenschennatur und ihrer Bestimmung war dieseKleidung: in ihr war er Thier des Feldes. DesParadieses Sohn war nackt Ebenbild seines Schö-pfers und Vaters, der sich nur hüllet in seinenGlanz: er ist, was er selbst ist. Sohn des Feldes,jetzt mußt du entleihen, rauben, morden, dich infremde Leben kleiden, damit du verhüllest, was dubist, und ein anderer scheinest. Deine Nackte istSchwache: dein wehrloser Glanz ein Spott allesLebendigen : sey Thier mit Thieren, oder ihre Beute Naturwaffen sind dir versagt: bilde sie dir selbstund betreug sie mit ihrem eignen Balg. VonAdams Thierspeise wissen wir nichts. Das erstegctödtete Leben war ohne Zweifel Opfer.

So stieß Gott den Menschen auf den neuenPfad seines Mühelcbcns, öfnerc ihm die Pforie zuallen Erfindungen, die ihn durch Ucberlegung,Prüfung, Rathschlag künftig gegen die Uebcl desLebens waffnen müßten: das schwerste Vorbild wargegeben.Die Feigenblätter jezt aus der Hand:du spielst nicht mehr an den Knien des Vaters.Waffen sind dir noch, brauche nun deine dir er-worbene Erkcnnlniß des Guten und Bösen : *)

Allerdings hatte also der Mensch -kuri/rc --««vom Baume erlangt, und noch sehen wirim Nachbilde dieser Entwicklung äm Menschenle-