des Menschengeschlechts. 146
worden. Er ward also auch Statthalter der eigent-lichen, ihm gedrvheten Strafe; auf ihn kam Tod.
Das Weib leidet am Körper und nicht an derSeele. Sie hat zu gehorchen, wohl ihrer Ruhe!Kummer und Mühe, Schweiß und Sorge ist nichtauf ihr. Sie blühet, sprosset und verblühet: ge-wifsermaaßen überall und zu allen Zeiten sich gleich,sie ist Weib. — Der Fluch des Mannes hat sei-nen Acker getroffen; mit jedem andern Äcker ändertsich seine Sorg' und Mühe: daher ist der Mannein Abdruck seines Standes, seiner Geschäfte, seinerZeit seines Orts. Immer sind seine Hände, wiedie Dorn und Disteln, mit denen er sich plaget:der Schweiß auf seiner Stirne wird bald vom Lor-beer, bald von der Karre erpresset, und so sindauch die Furchen auf derselben verändert. Die äu-ßere Gestalt des ManncS ist aber freier, da verän-derte die Strafe nichts. König seines Hauses, nurseine Krone ward ihm schwer. *)
Herrlicher Einblick in die Geschlechterfügung derMenschen, in ihren beiderseitigen Beitrag zumGlück der Welt und beiderseitiges Bcrhaltniß ihrerFreuden und Uebel. Wie väterlich gesagt! wiekindlich erfaßt! wie gerecht gefolgert! So lebt dieGeschichte des Mannes und Weibes: jener aus dem
*) Auch hier hat sich der freie Jüngling, der Baumdes Paradieses, in den Mann der Hütte ver-wandelt, Hausvater, Ehemann, Bater.
Herders Werke z.Rel. u.Theol. VI, K