dcsIMenschengcschlechts. 187
schmeichelnde Verführerin ungestraft blieb? Esschiebt sich also dieser Thcil der Geschichte gerad'auf jenen zurück, und wer dort aus seiner Kunsi-welt sich ins lebensvolle Paradies, in die empfin-dungströmende Quelle der Kindheit unseres Ge-schlechts zurückfinden konnte: der wird hier nichtgaffen, spotten, fragen, sondern sehn und fühlen.
Fühlen, wie schauerlich, aber mcnschcnvaterliches war daß auf die erste Verführerin der erste undganze und herbeste Fluch fiel! daß sich eine Schlan-ge fand, auf die der Donner vor ihren Augen traf.Tod war ausgesprochen; das Urthcil wird vcrtheiltauf alle Mitschuldige, und der Menschenvater, derbei der Schlange stehn blieb, hebt an: „weil du„das gethan hast." Ihr ganzes Daseyn wird ver-flucht, Leben und Weben, Dichten und Trachten,ein Fluch in Feindschaft, Bosheit, Verachtung undElend bis zum kopszerknirschcnden Tode. Das istder Lohn des Verführers.
Und sehet, darum war das gemißbrauchteWerkzeug des Verderbens eben die Schlange wor-den, das verworfenste Thier des Feldes. Kroch sievoraus nicht auf dem Bauche ? gierig sie als Mensch ?flog sie ein glanzender Seraph? Wir haben davonweder in der Geschichte Moses noch der Natur diemindeste Spur. Der Naturkündiger findet keineverborgene Füße, kann keine veränderte Lebensartahnen:*) sie ist, was sie war, und muß, weil sie
*) S. Loolisrt. I, e. Hassclquist Reisen S. 363.ahn. u. a.