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Religion und Theologie Theil 6 (1827) Aelteste Urkunde des Menschengeschlechts ; 2
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des Menschengeschlechts. g5

Welche Wohlthat, daß da der Vater uns Elen-den Unsterblichkeit untersagte! Verlängerte Unruh,ewige Schmerzen, endloses Daseyn ohne Ende,ohne Absicht: Verdruß, Gram, Ekel, Abscheu,ewige Verzweiflung, und auch diese Verzweiflungohne Absicht, ein stumpfer Dolch, der sticht undnicht endet. Kein Mensch, glaub' ich, hat dieHölle dieser Unglücklichen, ewig veralteter und stre-bender Tithone, gräßlicher geschildert, als ein Un-glücklicher, der selbst zu viel vom Baum der Er-kenntniß gekostet- *) Sein Schaudergemahlde lehrtdie Trostworte fühlen:auf daß er nicht ausstreckeseine Hand und esse vom Baum des Lebens undewig lebe." So lohnst du, verbotene Weisheit!

Und siehe da Kleider! die Hülle der Ueppig-keit, Lüsternheit, Schwache und falschen Zier. DieUnschuld, die von keiner Sünde weiß, selige Un-wissenheit, du darfst keiner Hüllen und Schminke:die Nacktheit dein Kleid, die Einfalt deine Sicher-heit und Schöne. Treuloser Gefangener, dem Git-ter vorgelegt werden müssen; arme Tugend, dieKleider schützen! Sie decken, damit sie wecken; derStatthalter ist da, weil der Herr weg ist. Ihrkennet jenen Griechen, der die Köpfe der Hydernicht anders wegzubrennen wußte, als daß er dieGitter und Schwingen der Verführung wegriß undNacktheit nackt zu zeigen wagte. Es gelang ihmhalb, und jenen Naturkindern, die ihr Wildenennet, gelang es noch mehr. Je weniger sie sich

*) Swift in Gullivers Reisen.