des Menschengeschlechts. 89
Was soll ich ausführen, was die Klagweiberund Klagwciscn dcs menschlichen Geschlechts über-genug ausgeführet: und ja jedes leidende Herz,jeder erdrückte strebende Geist — fühler. SeinNichts, Zwecklosen Kampf, gährende und zerfallen-de Erde, ziehende und zersprengende Wasserblase,Schatten im Wirbel — und sind nicht mehr! —
Waren wir ursprünglich also und dazu ge-schaffen ? War Eden, das in unscrm Herzen liegtund unser Wunsch in jeder seligen und sehnendenStunde theilweise stehet, nie ganz und wirklich?
Water deines Lieblings, gabs Eden nie? Al-ler Stoff dazu um und in uns; und cs gabsnie? — Oder thatcn sie, was wir alle thun, ver-scherzten ihre Glückseligkeit? — Verscherzt und wo-durch, duldender Vater? Deine Kinder Verbrecher,so große Verbrecher —
Und sehet hier, (ein Weiser unserer Zeit redet)welche Probe von Weisheit! Der Menschheit Uebelwoher entstehn sie als vom Baum der Erkennt-nis?*) Durch falsche Weisheit und Verfemung un-seres Geschlechts, durch Anstreben böser Scheingü-tcr und Wanken von seiner Stelle, durch Ueber-fpannung und schlüpfrigen Vorwitz. Dadurch sielAdam und sein Geschlecht ward unglückselig: da-
*) Es ist bekannt, daß noch Griechen und Römer diescientia Koni et Mali überhaupt für pruäentianehmen. Im Koran geht dieser Begriff durchhin.