M«
9» Aeltestc Urkunde
durch fallen wir alle und Haufen das Unheil derWelt. Daß der Mensch seinem treusten Gefühlenicht treu blieb, daß er sich aus den Schrankenseiner einfachen Bedürfnisse, Seligkeiten und Pflich-ten hinauswarf, ins unermeßliche Land des Wahns,der Phantasie und Begierd.n: Ikarus und Jxion,Prometheus und Sisyphus und all' ihr menschlicheDanaiden, dadurch habt ihr euch Holle bereitet!Jene Fähigkeiten, Kräfte und Arten des Genussesan sich so schön, so glänzend in der Ferne; dieFrüchte lachen, süß und begehrlich, sie verheißendir neuen Genuß, Wei'ßheit und Göttcrgleichc; zumUnglück aber bist du Mensch, die Göttcrhöhe istdir nicht bestimmt, du schnappst nach Aethcr undverlierst, oder vielmehr du findest den harten Bo-den deiner Muttererde erstickt und zerschlagen, Zeitgenug wieder. Falsche, fremde Begierden, ihrAuswüchse unsers Herzens, die ihr's seines Saftsberaubt, daß cs in sich selbst erkranket! In wilderVerwirrung streben sie da nun alle Kräfte, hun-dert Hungerschlangen, wenn Eine wüthend kitzelt ''und frißt: tausend offene breite Jammerpforten indem unermeßlichen Labyrinthe, und kleiner, engerPfad der Menschcnglückseligkeit, wo bist du? Um-hergelrieben und abgcmattet, müd' und lechzendsuchen wir dich so lang' und wo bist du?
Das ists nun, was alle Weise rufen: Naturist gut, nur der Mensch böse! Oder wenn sie nochweiser seyn wollen: Auch der Mensch ist gut, wenner Mensch bleibt. Aber er bleibt nicht Mensch.Trotzig und verzagt ist seine Losung: zum Himmeloder zur Hölle! und er verbindet beides, wie Berg