64 Aelteste Urkunde
hier Mangel mit Wucher. Er schlang, den Gürtckums zarte Geschöpf, und seine Schwache wardSchöne, seine mindere Vollkommenheit Reiz undZauber. Sie siegt, durch das, was sie nicht ist.
Mannin vom Manne genommen, und durchihn genießet sie nur die Schöpfung. Mensch unddoch nicht Mann; nur Mannin im Manne, vomManne genommen und ibm gehörend. Adam warGottes, das Weib war Adams. Der Mann liebesein Weib als sich selbst: das Weib aber ehre de»Mann.
Männin vom Manne genommen, und darummuß ihr der Mann anhangcn. Ersuchet sein Fleisch.Das Stärkere (so wills die ganze Natur) muß im-mer dem Schwachen zuvorkommen und ihm dienen.
Mannin vom Manne, und darin liegt Segenunseres Geschlechts, der ganze Gottessegen der Fort-pflanzung. Nur Zwei, die Eins sind, können einDrittes schaffen. Das harmonische Zwei, sagt je-ner griechische Tonkünstler, klingt zusammen, undder dritte Ton entspringt: ein schöpferischer Drei-klang. — Keine ungleichartigen Geschlechter pflan-zen sich weiter: oder ihr Nachkomme trägt unreifund hat keine Kraft zu gebühre». Schöpfers SegenHort auf. Nicht Mann und Mannin, sie kennensich nicht.
„Du aber Mannin vom Manne genommen:„du liebest mich in dir, ich liebe mich in dir: zwei„und nur Eins. Was war' ich ohne dich? du warst„nichts ohne mich ! Nun sind wir Eins! " —
Alles