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Religion und Theologie Theil 6 (1827) Aelteste Urkunde des Menschengeschlechts ; 2
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62
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e.

Aelteste Urkunde

allmächtige Gott allein dem Menschen vor allenThieren mit solchem Nathschlag' und Bedenken sei-nen ehelichen Stand cinsetzt. Zu den 'andern Thie-ren spricht er schlechts: wachset und mehret euch!und stehet nicht geschrieben, daß er das Weib zumManne bringt, darum auch keine Ehe da ist. AberAdam, dem macht er ein einigs sonderliches Weibvon ihm selbst, bringt sie zu ihm, gicbt sie ihm,und Adam vcrwilligt und nimmt sie an, und dasist denn eine Ehe." Es heißt Ordnung: der Wa-ter und Schöpfer knüpfte selbst dies Band, denGrund von aller Menschenordnung.

Gott führte sie zu ihm, wie voraus die Thicre;aber jetzt welch ein anderes Geschöpf! wie ward seinWarten und Harren, wie ward seine Weishcitspro»be belohnet.

Das ist Gebein von meinem GebeinUnd Fleisch von meinem Fleisch,

Männin wird sie heißen:

Denn sie ist vom Manne genommen

Pflichten und Seligkeiten, Wunder und Gesetze,Werhaltniß und Bestimmung beider Ehegenossen zueinander liegen in diesem Gesänge des Urvaters. DieLiebe machet hier den ersten Dichter, Gesetzgeber undPropheten. Das Lied der Lieder aus Adams Munde.

Gebein meines Gebeins, Fleisch meines Flei-sches. Gesunden, was ich suchte, du bist meinzweites Ich!" Alle Liebe in der Welt rührtvon Sympathie her: hier war das Mitgefühl imhöchsten Grade. Zweiklang zu Einem.*)

*) Sie sind euch ein Gewand und ihr seyd ihnen ein