„Sinnen, beide nicht weiter denn empfindlich wan-„deln."
„Philosophisches Vernunftgebot!" zum Excm-pel: „Geh nicht ins Wasser, sonst ersäufst du! geh„aus der Sonne, wenn dirs zu warm wird, sonst„— wird dirs zu warm!" das sind solche löblicheVcrnunftgebote. Und wo jedem Narren nachherjeden Augenblick frei steht, daraus zu machen, waser will, und als ein Erdklos den Feuchtigkeiten sei-nes Schlammes zu folgen: wohin auch die ganzeheldenmüthig egoistische Absicht gehet.
„Philosophisches Vernunftgebot! handeln nach„aufgeklärter Einsicht! reife Abwägung aller Beweg-gründe von außen und innen," was heißt diePuppe, wenn man sie entkleidet? Die philosophi-sche Vernunft, wo wohnt sie eingefleischt und leib-lich? Wann handelt ihr nach aufgeklärter Einsicht,und übersehet Welt, Leben, Zukunft, Folgen, Gu-tes und Böses bis zum Widerschein der kleinstenTheile vernunftklar? Der erste Sophist gab schonden herrlichen Prospekt „zum leichten philosophischen„Versuch, wie Gott zu werden und zu wissen, was„gut und böse ist" unglücklicherweise mißrieth aberder Versuch, und alle schöne Nachahmungen dessel-ben bisher sind mißrathen. Die Theorie ist nochimmer am Anfänge: jede Schlange beginnet vonneuem, halt immer die Waage der Beweggründevor, der nichts als das Zünglein fehlet — dasdenn die gerade philosophische Schlange, Leidenschaftund Willkühr, selbst werden —
„Philosophisches Vernunftgebot!" Siehe deinen