des Menschengeschlecht-. 37
nnd lauschte durch die Sträuche: „erinnere dich,„Sohn, ich habe dir Alles gegeben! allerlei edle„Früchte, heurige und fcrnigc; nur schone dieser! "Der Mensch sollte sich halten zu dem, der ihn ge-macht hat, und an den Schöpfer gedenken in denschönsten Tagen seiner Jugend.
Luther dachte sich an diesem Baum einen hei-ligen Hain, einen Tempel, wo Adam des Altarspflegte; er wäre ihm, wenn kein Sophist dazwi-schen gekommen wäre, wirklich ein Baum der Weis-heit worden, der tägliche Gotteserinnerer! Adamdem Kind ein Baum der Liebe. Dem Knecht aberward er ein Denkmal der Furcht, der Schlange einGegenstand der Grübelei und Verführung, demSünder das Holz deS Fluchs und der Strafe.
„Warum aber rin so kindischer Baum? warum„kein philosophisches Vernunftgebor, wo der Grund„des Befehls selbst in die Augen leuchtet und keine„unphilosophische Autorität." —^ Seyd nicht wieRoß und Mäuler, sagt Luther, die nicht begreif-lich sind des Verstandes. „Das sind die, die wie„die sinnlichen Thiere folgen, so fern sie fühlen:„wo sie nicht fühlen oder prüfen, folgen sie nicht.„Pferd und Mäuler sind nicht geschaffen, daß sie„sollen begreifen die Ding, die nicht empfindlich„sind, darum werden sie auch nicht davon bewegt„zu Lieb oder Leid. Also die Menschen, die nicht„weiter thun, kaffen oder leiden wollen, denn eben„was sie ermessen können und begreifen, die können„Gottes Verstands mcht mächtig werden; sie sind„gleich mit Vernunft, das die Pferde sind mit de»