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Religion und Theologie Theil 4 (1826) Christliche Reden und Homilien ; 2
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Christliche Reden

der bekennen Einen Herrn und Heiland. Bei-de enthalten einerlei Lehre, und weisen auf einer-lei Hoffnung und Pflichten. Die alten Lieder thuncs meistens in einer kräftigeren Sprache; die jün-geren oft mit mehrerer Bestimmtheit und Klarheit.Jene dringen tiefer ins Herz; diese sind unfern Um-standen, unferm täglichen Ausdrucke, auch dem Bor-trage unserer Predigten und Katechisation angemes-sener : denn man sage, was man will, es ist schlech-terdings unmöglich, sich jetzt in Allem so auszu-drücken, wie man sich vor zweihundert Jahren aus-drückte. Man sagt, wenn man dies thun will, oftdieselben Worte, bei denen indes? wenige dafselbigedenken; wer verständlich sepn will, muß in derSprache sich nach seiner Zeit richten. Uebrigens sinddiese Lieder, so wie die alten, nicht alle von einer-lei Werthc; und ob man sich gleich viele Mühe ge-geben hat, allenthalben her die besten zu sammlen,und aus diesen die leeren Verse zu verbannen: so

bleibt doch jedem Lehrer und Zuhörer die Wahl übrig,auch aus ihnen das Beste zu wählen. Was nichtfür ihn ist, ist für einen andern.

Um diesen Lwdern einen guten Eingang zu ver-schaffen , merke man sich folgendes:

r) Kein Lehrer zeige für die jüngeren Liedereine solche Vorliebe, daß er die alten vergesse undausschließc. Er denke, daß viele Zuhörer sind, diemit ihnen erwuchsen, und sich an ihre Ausdrücke ge-wöhnten. Diese schone er und bequeme sich nachihnen.

2) Wo aber im ersten Theile des Gesangbuchesihm Lieder zu seiner Materie fehlen, (welches oftder Fall ist;) oder wo im zweiten Theile ein Liedvorhanden, das seine Materie viel würdiger, klarerund schöner ausdrückt; da bediene er sich des bes-sern Liedes und wende es auch in seiner Predigt aufeine schickliche Weise an. Mit den leichtestenGesängen thue er dieses zuerst; sie haben meistensauch schöne Melodien; und es kann nicht feh-