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Religion und Theologie Theil 4 (1826) Christliche Reden und Homilien ; 2
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Christliche Reden

Bibel andächtig zu spielen; insonderheit wenn siedabei wohlgemeinte herzliche Empfindungen rührendübertrieben, so ward ihr Lied ausgenommen undfand Beifall. Hier muß es eines jeden Lehrers ernst-liche Sorge seyn, seinen Zuhörern vorsichtig undbescheiden zu zeigen, was auch in diesen alten Ge-sängen hie und da dem wahren Sinne des göttli-chen Worts nicht gemäß sey, daß es z. B. keineFrömmigkeit sey, mit dem Namen Jesulein,oder mit andern Namen unsers hochgelobtcn Erlö-sers, mit seiner Krippe und Windeln, mitseinem Blute, Striemen und Wunden zutändeln, daß die unseligen Uebertreibungen der V u ß-Aengstc nach mißverstandenen Worten einiger Psal-men eben so unevangelisch, als unwahr seyn, wennsie von einem rohen oder fröhlichen Haufen gesun-gen werden ; daß wir, statt über Verfolgungder Feinde, über Kreuz und Leiden zu seuf-zen und zu klagen, unfern Feinden vielmehr mitstiller Großmuth verzeihen und uns hüten sollen,daß wir uns Kreuz und Leiden unnöthiger und un-bedachtsamer Weise nicht selbst zuziehn; endlich, daßalles Schmähen auf dies irdische Leben,alles murrende H i n au s se ufzen aus dem-selben, meistens nur Heuchelei und ein leererWortschall oder eine wahre Versündigung sey: dennGott hat uns hieher gesetzt und wir müssen seinenWink abwarten, wenn er uns wegrufe aus demLeben. Vor solchen und andern Mißbrauchen desheiligen Gesanges muß jeder Lehrer seine Zuhörertreu warnen. Er muß zeigen, daß zu andern Zei-ten und unter andern Umstanden dergleichen Aus-drücke wahr oder wenigstens verzeihlich gewesen seynkönnen, daß aber, da im Allgemeinen kaum eineraus Hunderten sie mit Wahrheit nachsingen wird,der öffentliche oder besondere Ehristengesang zu et-was Besserem da sey, als dergleichen leere Wort-schalle zu unterhalten. Zu dem Ende vergleiche mansolche Lieder mit den ernsten, biedern Gesängen Lu-