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Christliche Reden
ändert beinhalten wünschten, als auch die beträcht-liche Zahl derer, die, nach dein Vorgänge fast allerdeutschen Lander, eine nach unsrer neuerenSprache eingerichtete Sammlung vonLiedern vielfältig verlangten.
Beide von diesen Partheien haben in ihremSinne Recht. Ein Lied, das man in der Kindheitauswendig gelernt hat, will man nicht gern im Al-ter verändert Horen: einen Gesang, an dessen krvollen Ausdrücken man sein Herz erquickte, an demder Niedergeschlagene Trost, der Sterbende Hoffnunggenoß, wünscht man nicht, etlicher schlechter Reimewegen, in eine andre Form gegossen, und fast un-kenntlich gemacht zu sehen. Man wünscht mit demGlauben der Vater auch die Lieder beizubehalten, iwdenen jene ihren Glauben ausdrücktcn und stärkte».Selbst mit den Melodien kommt uns ihr aUfmun-terndes Andenken wieder.
Andre hatten auch nicht Unrecht, daß mancheZeitumstände, in welchen jene Lieder entsprossen sind,z. B. die Drangsale der Reformation und des drei-ßigjährigen Krieges, auch viele Sectirereien undWortstreitigkeiten in der Religion, gottlob vorüber-gcganqen und uns nicht mehr gegenwärtig sind; daßes also höchst unschicklich sei), im Namen solcher -Personen zu singen, die vor hundert oder zweihun-dert Jahren lebten, und jetzt im Himmel andereGesänge anstimmen, als sie damals hienieden an-stimmen mußten. Man hat nicht Unrecht zu sagen,daß dieser Reichthum alter Lieder uns ja nicht dieneuern rauben dürfe, die unfern Bedürfnissen, un-srer Sprache und Denkart naher sind, und wohlauch von so aufrichtigen Herzen gesungen wurden,als jene. Man stellte vor, daß mitten im Vorra-lhe alter Gesänge es uns oft wirklich an Liedernfehle, die unfern Zeitumstanden, oder ein-zelnen Materien, insonderheit praktischenLehren, dergestalt angemessen sevn, wie jene alteLieder ihren Zeilen warK; un- daß mancher Lehrer
sich