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Religion und Theologie Theil 4 (1826) Christliche Reden und Homilien ; 2
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Christliche Reden

Stimme vor: wenn dir ihr Ton gefallt und dudich mit ihr in gleichen Umständen und Noth zubeten findest, so schließ dein Herz an das ihrige,sie werden deine und der Deinigcn Stimme: dennein Gesang will gleichsam Vereinigung, und je meh-rere dazu zu Hause oder im Tempel mit einer Seelezusammenstimmcn, desto besser klingt er. Auch wennunser Herz zu träge ist, mit Gott zu sprechen undzu beten, so hat das Wort eines Gesanges Kraft,diese Träge abzuschütteln, diesen Schlummer zu ver-treiben , und unser Herz nachzuschwingen, wo ihmschon eine andre Herzensstimme gleichsam die Bahnmacht. In Krankheit, Schwachheit, unvorgeschenerplötzlicher Noth, in Klcinmüthigkeit und Harker Ver-suchung, auf dem Todtenbctte, und überhaupt wennunsre Seele ohnmächtig ist, unsre Sinne wanken,und die Gedanken, selbst zu beten, selbst Wortezu finden, uns

Vergehen wie ein Licht,

Das hi» und her thut wanken,

Weil ihm die Flamm' gebricht

was alsdann treffliche Verse und Worte der Liederfür Wirkungen haben, lehrt die Erfahrung. Chri-stus selbst, da er auf Erden an unsrer SchwachheitTheil nahm, wehrte sich in seiner Versuchung mitGottes Wort, mit Sprüchen der Bibel, die in feinHerz geprägt waren, und so sind auch die rühren-den Stellen des Worts Gottes in Liedern, die sichübccdem dem Gedächtnisse mehr cindrücken, und dieGedanken durch ihr Maaß der Worte gleichsam ru-fen; sie sind wie Stäbe des Freundes, darauf sichder müde Wandrer stützt, wie heilige Funken, die