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Christliche Reden
bcn. Hier flösset her Furcht und Sorge vor zukünf-tigem Unfälle: dort fahret Grämen her, und Trau-rigkeit von gegenwärtigem Nebel. Hier wehet Hoff-nung und Vermessenheit von zukünftigem Glücke,dort bläfet her Sicherheit und Freude in gegenwär-tigen Gütern. Solche Sturmwinde aber lehren mitErnst reden, und das Herz öffnen, und den Grundhcrausfchütten. Denn wer in Furcht und Nochsteckt, redet viel anders vom Unfall, denn der inFreuden schwebet. — Was ist aber das meiste imPsalter, denn solch ernstlich Reden in allerlei sol-chen Sturmwinden? wo findet man feinere Wortevon Freuden, denn die Lobpsalmcn oder Dankpsal-men haben? Da siehst du allen Heiligen ins Herz,wie in schöne lustige Gärten, ja wie in den Him-mel, wie feine, herzliche, lustige Blumen darinnenaufgehcn von allerlei schönen fröhlichen Gedanken gegenGott und seine Wohlthat. Wiederum, >vo findest dutiefere, kläglichere Worte von Traurigkeit, denn dieKlagepsalmen. Da stehest du abermals allen Heiligenins Herz, wie in den Tod, ja wie in den Tod, jawie in die Hölle. Wie finster und dunkel ists da,von allerlei betrübtem Anblicke des Zornes Gottes.Also auch, wenn sie von Furcht und Hoffnung re-den , brauchen sie solche Worte, daß dir kein Mah-ler also könnte die Furcht und Hoffnung abmahlen,und kein Redekundiger also vorbilden.
„Und wie gesagt, ist das das Allerbeste, daßsie solche Worte gegen Gott und mit Gott re-den : welches macht, daß zwicfältigcr Ernst und Le-ben in den Worten sind. Denn wo man sonst ge-gen Menschen in solchen Sachen redet, gehet cs