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Religion und Theologie Theil 4 (1826) Christliche Reden und Homilien ; 2
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Seite
357
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und Ho milien.

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die selbstgefühlte Noth, das eigen gehabte Anliegenden Verfasser des Liedes also beten lehrt. SolcheLieder gehen ins bedrängte Herz, machen den VerSeines eben solchen alten Liedes wahr:

Wenn ich in Nöthen bet' und sing':

So wird mein Herz recht guter Ding'.

Der Geist bezeugt, daß solches freiDes ewgen Lebens Vorschmack sey.

So mancher müde Pilger der Erde hat sich oft andiesen Gefangen, als an der Stimme Gottes undtreuer Zeugen der Vorwelt erquicket, sie sind ihmim Gedächtnisse, im Herz und Sinn gegenwärtigund komme ihm in der Stunde der Kümmerniß gernmit der Zeile, in dem Zuge wieder, der itzt sei-ner Seele am meisten noth ist.

Sollte es nun nicht hart heißen, Gesänge derArt zu verändern, d. i. lebendige Thcilc aus demGedächtnisse und der Seele so vieler guten Men-schen wegzuschneiden? Es thut uns weh, weltlicheBücher, die wir früher gelesen, die mit uns auf-wuchsen, in neuen Auflagen verändert zu sehen, weilcs uns ist, als wenn man uns etwas gegeben undwieder genommen, mithin empfindlich getäuscht ha-be; weit weher thut es uns, wenn diese Verände-rungen uns kindliche erste Eindrücke der Reli-gion rauben. Da fühlen wir mit Macht:Gu-tes muß immer gut, Gold immer Gold bleiben." Muß der reinen erhabnen Natur schon alle Kunstweichen, wie viel mehr der höchsten edelstenNatur, der Ire ligion Gottes. Solche Ge-sänge waren Gespielen unsrer schönsten Jahre, die