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Religion und Theologie Theil 4 (1826) Christliche Reden und Homilien ; 2
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Christliche Reden

gen gewußt, ich habe immer Pflicht und Gründevereinigt, und keine ohne die andre vortragen wol-len; meine ganze Predigt mußte also menschlicheAnwendung seyn, oder sie war außer meinem Zwe-cke. Daher auch, m. A., daß ich so gerne in mensch-lichen Worten, in verständlichen Ausdrücken unserSUmganges, und nur dann in der Sprache der Bi-bel redete, wenn ich diese erklärt hatte, wenn siedeutlich war, wenn sie ans Herz drang. Das istnoch keine biblische Predigt, die blvs eine Kette vonbiblischen Worten und Ausdrücken ohne Verstandund Zusammenhang ist: sondern das ist eine bibli-sche Predigt, die nach den Lehren der Schrift inunsrer Sprache des Lebens so deutlich, so nachdrück-lich, so eigenthümlich für uns ist, als der Vortragder Bibel zu den Zeiten war, in welchen sie ge-schrieben worden. Blos hievon hängt der wahre Ge-schmack an der Religion ab. So lange wir blvsauswendig gelernte Worte wissen, die wir um soweniger verstehen, je früher wir sie gelernet, je mehrsie gäng und gebe sind, je weniger wir uns je Mü-he haben geben wollen, darüber nachzudenken: so

lange wird man immer die Verlegenheit sehen, daßdie Christen lernen und lernen, und doch nicht zurErkenntniß der Wahrheit kommen; man wird im-mer sehen, daß eine Person von den besten Einsich-ten, von den gesellschaftlichsten Talenten, von ge-läufigem Vortrage über alle Materien bei keiner ein-zigen stutzig wird, als wenn sie sich etwas aus derReligion erklären soll: und über nichts so sehr inVerwirrung geräth, als wenn sie einen genauenGedanken über das sagen muß, was doch wirklichihr« vornehmste Wissenschaft seyn soll. Woher ent-