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verwünscht, als einen solchen kleinen Zweck zu hörre», bei dem alle wahre Besserung menschlicher See-len verschwindet. Nie ist mir also ein rauschendesLob so angenehm gewesen, als die stille redlicheThränc einet gerührten Seele, der fromme einfäl-tige Seufzer: o wäre ich so! und die stille heitereEntschließung zur Besserung. Nie habe ich also auchgroße Leidenschaften zu erwecken gesucht: mit einetkleinen Anstrengung meiner Stimme, zumal in die-ser Kirche, mit heftigen Ausrufungen, wohl garmit erpreßten Thränen wäre dieses endlich wbhl mög-lich gewesen. Aber ich weiß, daß die wahre Besse-rung nie in einet wildetregten Seele, nie im Tau-mel von Empfindungen gewirkt wird; ich weiß, daßdie Andacht, sobald sie übertäubend und so anste-ckend wird, wie das Gähnen oder wie der elektrischeFunke, so bald votübergeht, als sie kam und Mandie Kirchenlust ändert. Und daher, m. Z. , warendas meine liebsten Vorträge, für eine stille heitreSeele zu predigen, meine Zuhörer in ein sanftesNachdenken, in einen heiligen Gang von Gedanken,Überlegungen, Entschlüssen zu bringen, ihnen dieLehre, die ich vortrug, so wichtig, so menschlich, sointeressant zu machen, als eS möglich war, und ih-nen erst Gründe zur Besserung, erst einen Geschmackan der Wahrheit, die ich sie lieben lehrte, zu ge-ben, ehe ich aus ihren Entschluß Und auf die An-nahme derselben drang. Vielleicht mag eS sich da-her auch erklären lassen, wenn Man sagt, daß Mei-ne Predigten am Ende oft malt würden, statt daßandre ihr Feuer dahin recht verspüren. Keine mei-ner Predigten hat freilich von solchen Endanwcndun»
Herders Werke i. Siel,«. Lhesl, IV« Ä