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Christliche Reden
an seinem eignen Stande zu zeigen: desto ärgerli-cher wird das Verfahren des Gegenthcils, und csist wahrhaftig ein Unglück für einen Ort, ein wah-rer Verlust für die Menschheit und ein Schade fürdie gute Sache der Religion, wo Priester die Er-sten sind, ihre Warnungen gegen das Laster des Ei-gennutzes, des Stolzes und der bequemlichen Unnütz-lichkeit durch ihr Beispiel selbst zu widerlegen, undeben die Beweggründe zu Grundpfeilern ihres heili-gen Amtes zu machen, die sie an Andern strafen.
Nein! m. Z., keiner von allen diesen Beweg-gründen war der meiniqe, sondern ein Wort zupflanzen, das menschliche Seelen glücklich machenkönne. Das ist doch einmal gewiß. daß es eineReihe von Wahrheiten giebt und geben muss, diefür uns Menschen den Grund unsrer Glückseligkeitenthalten. Nur auf einem einzigen Wege ist Ruheund Glück möglich; alles andre ist Irrweg, Unglück,Unruhe, Verwirrung. Da nun das menschliche Her;so vieler Ausschweifungen von diesem einzigen undrichtigen Pfade fähig ist: da es nach unsrer Erzie-
hung und Bildung menschlicher Seelen eine unge-meine Seltcuhe>t und fast eine Unmöglichkeit ist,eine menschliche Seele für ihr ganzes Leben so zubilden und einzurichlen, daß sie keinen einzigen Trieb,keine einzige Leidenschaft üb>w die Grenzen des Wah-ren und Guten erhöhe, und bei keinem einzigenAuftritte ihres Lebens von der Bahn der Glückse-ligkeit abweiche: da wir, ohne auf unsre Well schma-lezi zu wollen, wirklich in einem verderbten Zeital-ter leben, in dem, es mag so vieles Artiges undBürgerliches und Witziges und Brauchbares aus der