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Religion und Theologie Theil 4 (1826) Christliche Reden und Homilien ; 2
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322
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mitdenken will, sondern daß jeder sich von dem Gei-ste Gottes will vordenken lassen, und freilich, dadenkt alsdann keiner. Der Geist Gottes und seineGnade wirkt in Menschen blos menschlich, in ver-nünftigen Geschöpfen vernünftig, in moralischen We-sen moralisch. Du mußt also Gedanken denken, dumußt die Empfindungen deines Herzens ausregen,du mußt dein Gewissen reden lassen, du mußt dieBibel so wirksam und selbst denkend lesen, als einanderes lehrreiches, rührendes und erbauliches Buch. Und siehe! o Mensch, sie ist das lehrreichste, daserbaulichste Buch, mit dem Vorurtheile kannst duhinantreten. Alsdann, wenn du rechtschaffen bist,wird sich deine Seele eröffnen, alsdann die Empfin-dung deines Herzens reden, alsdann sich dein Ge-wissen ermuntern dann, und anders nicht, redetder Geist Gottes in dir. Sey kein maschinenmäßi-ger Christ! binde dich nicht an einige herzrührendeWorte, die, weil du sie in deiner Jugend einmalmir Empfindung gehört hast, auch jetzt noch, aberganz mechanisch, ganz zaubermaßig in dir Thranenerregen sollen.; spiele nicht init einzelnen biblischenWorten, als wenn diese dir, ihrem Klange nach,etwas Göttliches und Herzbrechendes cinwirken soll-ten. Vielleicht können sie cs thun, vielleicht dir ei-ne Thrane erpressen, eine Art von Rührung erre-gen : aber wenn diese Rührung mehr als blos eineVorbereitung scyn soll, so ist sie nichts. Die Thraneverfließt: die Rührung geht nicht in gute Entschlüsseund Handlungen über: und alles, was dahin nichtübergeht, was mich nicht bessert und veredelt, dasist es habe noch so einen göttlichen Scheindas ist nicht von Gott; es ist Schwärmerei, eS sind