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Christliche Reden
nicht alles verstehen, so thut jeder christliche einfäl-tige Leser gut, wenn er sich vorzüglich an die Stel-len halt, die er versieht, und die idni deutlich sind.Findest du, mein Christ, einen Spruch, der dirGott in seiner Regierung und Vorsehung etwa aufeiner besonder» und eindrücklichern Sette zeigt, oderder dir dein eigen Herz enlrathselt, oder der dirdeine Pflichten so kurz, genau, bestimmt sagt, alsdu sie dir nicht würdest sagen können: so präge ihnin deine Seele als die Stimme GorrcS. Er sey deinGeleitsmann im Leben und Tode.
3. Vorzüglich laßt uns zum Lesen des göttli-chen Wortes volle Aufrichtigkeit und ein gutes Herzmitbnngen: dies gehört mehr dahin, als ein außer-ordentlicher Verstand oder eine glühende Einbildung.DaS ist nicht der Zweck unscrS Predigthörens, kri-tische Anmerkungen zu machen, darauf auszugehen,ob die Materie gut ausgeführt sey oder nicht u. dergl.;sondern wiefern sie uns angehe, erleuchte und bes-sere? Niemand bringe zur Bibel ein Herz, das mitVoruriheilen behaftet sey, es fty nun gegen die Bi-bel, oder für diesen und jenen Lehrbegriff seiner Kir-che: denn sonst wird er freilich blos sehen, was ersehen will, an seinen Lieblingsneigungen kleben blei-ben, und wohl gar arger werden als er war, mitsehenden Augen nicht sehen, mit fühlendem Herzensich verhärten. Der Grund unsrer Seele sey weichund stille, baß Gott uns überzeugen, erleuchten,bessern könne — denn „Ec lehrt ja die Menschen,was sie wissen."
Gehn wir mit dieser Aufrichtigkeit hinzu, wel-che