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Religion und Theologie Theil 4 (1826) Christliche Reden und Homilien ; 2
Entstehung
Seite
316
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3.6

Christliche Reden

Mittel, deiner Gnade gewiß zu werden? Undsehet, das ist die Bibel!

Sie ist noch mehr. Für mich selbst habe ichbei meinen besten Ansätzen nicht Kraft genug, mei-ne ganze Natur umzukehren, meinen Lieblingsla-stern abzusagen, und die Feinde zu überwinden, dieschon so lange in mich wurzelten ich sehe, daßder Mensch, der in den Tag hinein lebt, und dieWell und seine Sünden genießt, ohne an Gott zudenken, es besser hat als ich. Ich sehe in der WeltGlück und Unglück nicht nach Verdienste ausgctheilt,und oft geht es den Frommen, als wären sie Gott-lose meine Hände wollen mir ermatten und da-hin sinken wie, gütige Gottheit! soll ich nichtvon dir hoffen und erwarten können, daß du durch«ine bestimmte Offenbarung mich ermunterst, mirAufschlüsse über meine Bestimmung, über Zeit undEwigkeit gebest, die Unsterblichkeit mir besiegelst,eugd mich, trotz aller Einwendungen, fest und gläu-big in Tugend und Gemüthsruhe machest? Undsehet, das thut >ie Bibel!

Wer also, wer in der Welt wollte aus dieseretwas anders lernen, als was Gott will gelerntwissen, nämlich Wahrheit und Gottseligkeit und Tu-gend ! Mögen in der Bibel auch immer so vielFehler der Erdbeschreibung, der Geschichte, der Stern-kunde, u. dergl. seyn, (es ist aber bewiesen, daßkeine sind): indessen nehmen wirs au: so ist mirdoch dazu gewiß nicht die Bibel gegeben, um dicSalles, sondern um Religion und Tugend daraus zulernen. Mag doch Iosua geglaubt haben, daß dieSonne am Himmel stehe was geht cS mich an?