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Religion und Theologie Theil 4 (1826) Christliche Reden und Homilien ; 2
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308
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Christliche Reden

fernung von Völkern und Denkarten sagen! Nicht-ist also in der Welt kleiner oder narrischer, als einensolchen Ausdruck aus der Bibel, oder aus der Bi-belübersetzung, die auch schon über zweihundert Jah-re alt ist, auffangcn und sich darüber ergötzen? Einsolcher Spott, der zuweilen wirklich über Nichts ist,ist wirklich für jeden, der die Sache überlegt, daskälteste und narrischre Ding von der Welt. Wennwir der Bibel Schuld geben, sic sey nicht artig,nicht witzig, nicht höflich oder gelehrt genug, so laßtuns doch zuerst bedenken, daß sie ja nicht in unsrerZeit verfaßt, sondern aus den Sitten und der Denk-art der damaligen Zeit auszulegen sey, und daß csvöllig ungereimt sey zu verlangen, daß das Hohe-lied Salomons ein Anakrcontisches Stück nach demGcschmacke unsrer Zeit, oder die Predigt Jesu eineGlaubenslehre nach dem Schnitte unsers Jahrhun-derts seyn sott.

Aber eben daraus crgiebt sich auch, was hierdas Erklären, Erläutern und Vcrständlichmachen füreine gute und löbliche Sache sey, und daß, wennder Predigcrstand auch zu nichts als dazu wäre, ecimmer ein etwas unentbehrlicherer Stand sey, alsmancher sich cinbildet. Was würde doch auch inandern Stücken der Bildung des Geistes für eineBarbarei einbrechcn, wenn für einige Jahre die öf-fentlichen Vorträge an das Volk wegsielen? werwürde alsdann noch die Bibel verstehen und lesenwollen? Wer würde wohl den geringsten Geschmackan dem, was über das Sinnliche geht, noch bewei-sen? Wer würde alsdann noch seinen Geist aufden Seiten bilden, wo er doch immer durch den Pre-