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Religion und Theologie Theil 4 (1826) Christliche Reden und Homilien ; 2
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307
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und Ho milien. 807

zufeinden und zu verspotten. Ein wenig Ueberlegungsollte es uns zu Gemükhe führen, daß jeder, derverstunden seyn will, für die Denkart seiner Zuhö-rer, seines Landes, seines Jahrhunderts sprechenmuß, sonst wird er nicht verstanden. Da nun dieReligion in den Morgenlandern gegeben und durchlange Wanderungen erst in unsre Nordländer gekom-men, da sich die Denkart unsers Landes und unsrerZeit so sehr von jener unterscheidet, ja da sich dieDenkart und der Sprachausdruck eines Volkes fastalle Viertel-Jahrhunderte ändert wie anders alsdaß viele Bilder und Vorstcllungsarten uns fremdseyn müssen, die es zu ihrer Zeit und an ihremOrte nicht waren.

Jeder meiner denkenden Zuhörer wird cinsehen,was das Erklären und Erläutern aus der dasigenZeit und Gegend auch in der Bibel für eine guteund nöthige Sache sey: da es keinen Grund gegendie Bibel abgebcn kann, einer Erläuterung fähigund nölhig zu seyn. Jedes Buch aus einer altenZeit, aus einer fremden Nation muß eben, weiles das ist, aus ihr erklärt werden e und es ist un-gereimt , eine Schrift zu fordern, die durchaus füralle Menschen, Völker, Jahrhunderte gleich verständ-lich seyn solle. Bei keiner Schrift in der Welt gehldieses an ; die deutlichsten Schriften unsrer Zeit wer-den nach zweihundert Jahren unfern Nachkommenin manchen Stücken eben so befremdend seyn, alses uns die vor zweihundert Jahren geschriebenensind. Und was will dieses gegen den Zeitraum vondreitausend Jahren, und gegen eine so große Ent-

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