Christliche Reden
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ten verkürzen, wenn wir die vornehmsten Wahrhei-ten der christlichen Religion nach diesem Maaßstabebetrachteten. Wie viele unsrer Grübeleien würdensich dadurch mit einem Male abschneidcn, und wieviel unnöthige Zweifel und Bedenklichkeiten wegfal-len ? Was z. E., was sollte eS mich hindern, keinChrist zu seyn, daß ich keine Dreieinigkeit mit mei-ner Vernunft begreifen kann? kann ich ja doch garnicht einmal die Kräfte meiner Seele begreifen, wiesie gemeinschaftlich wirken und doch zusammen be-stehen , und was geht mein Leben und meine Wohl-fahrt eine Untersuchung an, die schlechterdings nichtmenschlich ist? — Was sollte cs mir z. E. Schwie-rigkeiten machen, auf welche Art das Verdienst Chri-sti bei Gott angesehen worden, als ob ein wirkli-ches Lösegeld und Genugthuung, die Sünden derWelt wegzunehmen, oder nur als der Grund zurBesserung einer ganzen sündigenden Welt, damitsie eben durch ihre Besserung bei Gott versöhnt wer-de ? In beiderlei Verstände isis ein Opfer, und inbeiderlei Verstände ists etwas, dessen Ausgrübelungmich nichts angeht. Es ist eine Beziehung zwischenGort und Christo — wie kann ich diese ausmachen ?Wenn ich nur so viel weiß, daß ich um Christiwillen ganz und gar nicht von der Tugend losgespro-chen werde, wohl aber, daß, wenn ich fromm undredlich bin, es mir zum Tröste gereicht, daß ein-mal auch für das Ganze der Welt, deren Bürgerich bin, ein solch Opfer gebracht fcy. Ucbrigens dieArt der Erlösung zu bestimmen, ist ganz und garnicht menschlich, also auch kein Gegenstand für mensch-liche Untersuchung. — Was soll ich mir darüber
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