Christliche Rebe«
Zu»
Wie kann etwas ein göttliches Buch an baS Men-schengeschlecht heißen, das so viele Zeichen eines nie-drigen armseligen Ursprunges tragt? —"
Ich habe, m. Z., so viel hartes gegen die Bi-bel gesagt, allein noch nicht so viel, als manche tolleund freche Leute gesagt haben. Allein, mit allemist nichts gesagt, was vor den Augen einer unpar-theiischcn strengen Wahrheitsliebe Platz behielte. Ambesten Ware es, wenn wir alle die harten Borwür-fe, die wir über einander wie große Steine gewälzt,einzeln nehmen und probiren möchten, ob sie Probehielten: da dies alles aber für die wenigen Viertel-stunden, in denen ich hier zu reden habe, zu vielist: so bleibe ich bei dem Allgemeinen, um nur dieQuelle zu verstopfen, aus der alle einzelne Zweifelstießen. Ich werde gleichsam eine Geschichte derbiblischen Bücher geben, so wird sich alles Einzelne,wenn wir nur aufmerksam und aufrichtig sind, ge-wiß selbst in seine guten Wege finden.
i. Nun und was hcißts denn, m. Z., die Bi-bel ist Gottes Wort? Soviel, als, just das sindGottes Gedanken, wenn er selbst an dies und jenesdenkt? so spricht er mit sich selbst, das ist die Vor-siellungsart Gottes ? hrißts das?.... . Nichts inder Welt weniger! Bei Gott, dem Allwissendenund Vollkommncn, ist alles Ein Gedanke: er denktohne Worte, ohne Reihe von Betrachtungen: erdenkt die Dinge alle von Grund aus durch, undnicht blos, wie wir sic denken, von außen. Wirlernen alles durch die Sinne, und also von außen,von der Oberfläche, von einer Seite kennen; wirlernen erst Lurch Sprechen denken, und, indem wir