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Religion und Theologie Theil 4 (1826) Christliche Reden und Homilien ; 2
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301
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und Ho Milien.

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Andern von Jugend auf Worte nachsprechcn, so auchihnen nach denken. Alle allgemeine Wahrheiten, alleabgezogene Betrachtungen, alle Ueberlegungen derVernunft lassen sich also von uns nickt ohne Wortedenken ; wir sprechen mit uns selbst, indem wir den-ken, wir vernünfteln mit uns, indem wir sprechen.Aber bei Gott ist alles dieses nicht. Er weiß nichtsvon der Schwachheit, daß er zu Gedanken Wertenörhig hatte: er denkt ohne Hülle, ohne magereverwirrende Zeichen, ohne Reihen von Vorstellun-gen , oder Klassen von Ideen: bei ihm ist alles eineinziger vollkommener Gedanke.

Jeder, der mich verstanden bat, sieht, daß manalso nicht in dem Verstand« die Bibel GottesWort nennt, als wenn es eine Gedankcnreihe wä-re, wie Gott mit sich selbst spricht, denn Gott sprichtnicht; oder als wenn es gleichsam die Sprache derGötter und des Himmels wäre, wie die Heiden dieihrer Dichter nannten: denn Gott hat eigentlich fürsich selbst keine Worte, mit denen er als mit Zahl-pfennigcn rechnen und als mit Ziffern sich selbst be-kehren müßte. Und wie nichtig wird nun der Vor-wurf, den man von der Niedrigkeit der Worte her-nimmt, in dclren sich Gott soll geoffcnbaret haben.Du Thor! wenn es auf Gott als Gott für sich an-kommt, so sind die höchsten, die prächtigsten, diedeutlichsten Worte für ihn Unvollkommenheit, siesind Krücken, an denen wir eingeschränkte Menschenforthinkcn können, deren aber die Gottheit, die selbstganz Gedanke ist, nicht bedarf; sie sind Zeichen un-srer Unvollkommenheit, und die willst du dem voll-kommenen Gott leihen? du willst ihn behorchen in