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Religion und Theologie Theil 4 (1826) Christliche Reden und Homilien ; 2
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und Homilicn.

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Die zweite Klaffe desMisbrauchs der Bibel istnoch vielartiger und allgemeiner. Denn wie wenigMenschen sicht man, die ohne Aberglauben oder dum-me Gedankenlosigkeit von diesem göttlichen Buchealle den guten Gebrauch machen, den sie sollten undkönnten? Wie wenige, die es so ganz zur Besse-rung ihrer Seele, zur Ermunterung ihres Geistesund zur Lehre der Wahrheit gebrauchen? Wie we-nige, die mit diesem Buche in der Hand vor denRichterstuhl Gottes gehen können, um darüber undüber jedes Wort desselben gerichtet zu werden?

O Erbarmer und Menschenfreund, bist du es,dessen Stimme ich in diesem Buche höre! und des-sen Wort mir vermittelst desselben aus den Geheim-nissen deiner Wohnung hier in den Sitz meinerSchwachheit hcrunterschallt! Gott! bist du cs,der Moses auf Sinai und Horeb erschien, und zuSalomons Zeit den Tempel mit seiner Herrlichkeitfüllte, und in Christo die Welt erleuchtete, und ihnzu deiner Rechten versetzte, und in ihm erscheinenwirst die Welt zu richten! Gott! bist du cs,der mir dies Buch zur Richtschnur meines Glaubens,zur Regel meines Lebens, zum Grunde meiner Hoff-nung , und zum Gesetzbuche gegeben hast, worüberdu mich richten wirst? Hier steht ein Geschöpfvor dir, blind und unwcise, vielleicht aber aufrich-tig, verderbt vielleicht, aber nicht hartnäckig : es siehtvor dir und bietet dir den Grund seiner Seele. Re-de, 0 Gott, denn dein Knecht höret! aber überzeugemich auch, daß du es sevst, der da. redet! Du,Allwissender, stehest, daß ich nicht aus Kühnheitund Trotz die Wunder deiner Liebe anflehc hei-