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Religion und Theologie Theil 4 (1826) Christliche Reden und Homilien ; 2
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Christliche Reden

Witz, die leidige Spötterei ist überhaupt, in Sachender Religion von jeher von sehr schlimmen Folgengewesen. Er gattet sich so sehr selten mit reiferkalter Vernunft und ruhiger Ueberlegung, daß ervielmehr diese immer in dem Grade ausrottct, indem er in der Seele zunimmt. Je mehr witzigeBrocken man gelesen oder auf der Zunge hat, umdesto mehr wird man sich des eignen kalten Nach-denkens überheben: der Spott kommt jedesmal zwi-schen mit seiner lächerlichen Miene: er vertritt unSden Weg des Rachforschens, er schneidet uns eineKapriole von Spotteinfall vor, und damit sind wirhinweggescheucht. Wir wollen zum zwcitenmalevielleicht Nachdenken, allein der Spotteinfall ist wie,der da, wir lachen wieder, statt zu untersuchen, undkommen also nie zur Erkenntniß der Wahrheit.Sinds also nicht schändliche Leute, die solche Spott-zweifel wie ein Salz des Umgangs auf ihrer Zungetragen, und damit die Seelen Andrer verwirren,und andern rechtschaffenen Herzen die Ruhe rauben?die unpartheiischen Eemükhern die Untersuchung derWahrheit schwer oder unmöglich machen? Wie, undmuß man nicht selchen begegnen? KaUn man's aberohne Verachtung? O würdet ihr, die ihr soviel witzige Einfälle gegen Religion und Bibel aufeurer Junge tragt, würdet ihr wahre Freidenker,wahre Philosophen, vernünftige Untersucher seyn, ihrwürdet wahrlich nicht vor den Hhrcn aller Welt siedaher zischen wollen: ihr würdet eure Zweifel, wenncS euch mit der Wahrheit ein Ernst wäre, lieberin die Stille eures Busens verschließen, und in derEinsamkeit über eine so wichtige Sache, auch selbstmir Thrancn, nach Wahrheit ringen!