Beide diese Gattungen von Menschen verdienenAufmerksamkeit, nur jene aus Mitleiden und Teil-nahme; diese aus Mitleiden und Verachtung. — Ichbin nicht damit zufrieden, wenn jemand sich selbstin solche Lage bringt, um Zweifel, die er doch suhlt,mir Gewalt nicht fühlen zu wollen, Zweifel, dieer doch denkt, mit Gewalt, auch wenn sie schonhalb herausgedacht sind, niederzusioßen, Dies isteine unnütze Gefanqennehmung der Vernunft, einsehr schädlicher Triumph gegen sich selbst, ja einerechte Qual seines Wesens. Ein solcher Zweifel wird,wie ein schwimmendes Korkholz, mit Gewalt in denAbgrund heruntcrgestoßen, und kömmt, je öfter manihn flößt, mit Gewalt wieder heraus, und endlichbildet man sich ein, daß solche Zweifel wirklich un-auflöslich sind, weil man sic sich selbst nicht auflö-sen wollte oder konnte. Es ist also wahrlich heiligePflicht gegen uns selbst, hierin uns zu schonen, ein-mal allen solchen dunkeln Stimmen recht Gehör zugeben, und ernsthaft zu horchen, was sie sagen, wasman ihnen entgegen setzen kann; was man glaubenund was man verwerfen müsse. Das alles müssenwir einmal mit aller Aufrichtigkeit der Seele, lln-partheilichkeit des Herzens und Anstrengung unsrerUeberlegunq vor uns ausmachen, sonst sind wir Treu-lose gegen uns selbst.
Die andre Gattung von Zweiflern ist schon ro-her und kühner. Was sie vielleicht bei sich selbstnoch nicht recht überlegt haben, das leugnen sie vorden Ohren Andrer, und was sie mit sich selbst, viel-leicht nicht einmal ernstlich und strenge überlege»können, das verspotten sie mit elendem Witze. Der