2§4
Christliche Reden
was sie sagt, durchweg für göttlich erkennen« es als»glauben, ihm also gemäß uns betragen, und durchdie Versprechungen, die uns dieses göttliche Buchfür dieses und ein zukünftiges Leben mitt'heilt, ge-wiß und fürwahr glücklich zu werden erwarten. Diesalles schließt der Name, Christen, ein: denn Chri-stus hat seine Offenbarung auf das alte Testamentgegründet, und das neue Testament durch seine Nach-folger gestiftet. — Blos dadurch werden wir Chri-sten , wen» die Bibel als eine Sprache Gottes andie Menschen, der Erkenntnißgrund unsrer Neligions-wahrheikcn und Religionspflichten und Religions-Hoffnungen wird, nach dem wir glauben, leben unddie Zukunft erwarten.
Indessen sind Loch unter dem Mantel des christ-lichen Namens verborgen, die in dieser Grundlehreunsrer Religion nichts weniger als Christen sind.Bei einigen keimen so viel gebeime Zweifel gegendie Wahrheit, bei andern herrschen so viel prakti-sche Kezereicn gegen den Gebrauch der Bibel, daßes ohne Zweifel rin seltsamer Anblick ftyn würde,in diesem Punkte die Denkart eines jeden enthülltzu sehen. Ich sage, einige nähren Zweifel —nur mit dem Unterschiede, daß manche sie nicht näh-ren wollen, und sich, so oft sich einer meldet, selbstbetäuben, ihre Vernunft gefangen nehmen wollen,und alles unterdrücken, was auf die Art empor-steigt; manche hingegen tragen sie auf der Zunge;kein Witz ist ihnen willkommener, als etwa einSpottwoct auf die Bibel, kein lächerlicher Gedankeihnen angenehmer, als dies heilige Buch der Men-schen lächerlich zu machen.