Christliche Reden und Homilien.
neue Zeit hervorgehn; in der Hand der Vorsehungfließe sein Blut zu Abtilgung alter Gräuel undSchulden. Zwar werde er mit ihnen dies Danksestnicht feiern; aber was schade dies? Sie sähen ein-ander im Reiche Gottes, in einer andern Weltwieder, und hienieden sollten sie sich sein mit Liebeerinnern. ,,Thut solches zu meinem Gedächtnis.Denkt an mich, als ob ich noch unter euch wäre."— In diesen Augenblicken also, da sich die SeeleChristi so heiter und großmüihig, ergeben in denWillen Gottes und vertrauend ihm als dem bestenWillen, erhaben über alle äußere, bald vorüberge-hehende, Umstände der Schmach, des Schmerzes,des Todes, großmüthig verzeihend seinen Feinden,voll Hoffnung und Zuversicht auf die Zukunft, ge-faßt und liebreich aussprach, war die Handlung einMoment der stillen und reinsten Wirkung seinerSeele. Alle begleitenden Umstände sprachen sie aus;jeder im Kreise verstand die Handlung; sie blieballen unvergeßlich.
Als ihre Bedeutung traurig und freudig inErfüllüng ging, da sein Leben gebrochen ward undsich so wunderbar und unvecmuihet erneute, indemGott ihnen ihren Freund aus dem Todtenreiche wie-der schenkte; fortan ward das Andenken seiner letz-ten Voraussagung Eucharistie, d. i. einKelch des Danks, der Freude, der gutenHoffnung. Man erinnere sich an die aufmun-ternden Reden des Stifters dieser Handluug, ansein Beispiel, seinen Charakter; man lud ihn gleich-sam ein zu dieser Dank - und Freundschaftslafel.Einander ermunterte man sich, treu zu sepn dee
O 2