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Religion und Theologie Theil 4 (1826) Christliche Reden und Homilien ; 2
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Christliche Reden

das Ihrige nannten, und also in einer fortgehendenGeschlechtSreihe wirkten: so hatte das ihnen unter-gebene Volk die Hoffnung, daß sie auch als ZweigeEines Stammes, als Glieder Einer Kette in einerfortgehenden Reihe väterlicher Gedanken, Sorgenund Verdienste wirken würden, und also gewisser-maaßen die Regierung ihres Stammvaters ewigwahrte. Sohn und Enkel, sagte man sich, werdenin die Fußstapfen des guten Vaters treten; das nievollendete Werk der Stiftung des Guten werden siefortführen helfen, und also das Andenken ihrer Vor-fahren thatlich ehren. Ein geborner Erbfürst stehtin einer Kette von Fürsten. So wie er ins Lebentritt, tritt er in einen großen Tempel, wo alle Bil-der seiner Vorfahren ihn anreden, ihn aufmuntcrn,ihn lehren, ihn warnen. Er steht auf ihren Grä-bern, und der Geist eines jeglichen hebt sich wieein Scharte empor, mit ernster oder freundlicherStimme ihn an^edend. Wenn unser Erbprinzeinst diesen Tempel besucht, und die Bildnisse sei-ner berühmten Väter*), wenn er die Gräber Jo-hann Friedrichs und Bernhards in ihmsieht, wird ihn nicht manchmal ein heiliger Schauerin jene Zeiten set/en und ihn die Stimme hören las-sen :Du bist unser Sehn! du bist unser Nachfol-ger!" Das ist das Gefühl, das jeder edle Fürstin der Reihe seiner Väter und Nachkommen fühlet.

*) Die Bildnisse Friedrich des Weisen, Jo-hann und Johann Friedrichs, die desHerzogs Durchlaucht der Kirche geschenkthatten.