für dasselbe sogleich einen schönen Zweck seines Le-bens kennen lernce. Er irret nicht als ein Verbann-ter umher, der für das Gute, das er stiften soll,gleichsam keinen Ort weiß. Der Heerd seines vä-terlichen Hauses, der Altar seines väterlichen Got-tes ist ihm heilig. Unter den Augen der Seiniaen,ivo er fröhlich erwuchs, kann er auch für die Sei-migen fröhliche Fruchte bringen, und die Verdiensteseines Lebens in den Kranz seiner Vorfahren knü-pfen. Wenn sein Vaterland ruhmwürdig gewordenist, sind nicht gewissermaaßen alle Tugenden undThaten desselben fein? Sie muntern ihn auf undregen ihn an, auf der Bahn fortzugchen, die erschon durch so viele Fußtritte seiner Vater mit Lobeausgezeichnet findet, und nichts zu thun, das derBerühmtesten desselben unwcrth scheine. Sachsenz. B. hat das unangcstrittene Verdienst vor sich,daß es in Aufklärung der wahren Religion, fürDeutschland, die erste Provinz gewesen, die andernProvinzen und Ländern mit der Fackel in der Handvoranging. Immerhin also sollte dieser frühe Schritt,der die Bahn brach, Reiz und Aufmunterung blei-ben, diese edle Bahn zu verfolgen. Die erste auf-geklärte Provinz Deutschlands sollte auch die aufge-klärteste zu feyn streben: denn im Laufe der Zeit
stehet nichts stille, und was nicht vorwärts gehet,gehet zurück. Deswegen hat Gott das große Gesetzin Erhaltung und Fortpflanzung der Dinge gelegt,daß alles gliederweise wachst, und sich in neuenSprossen der Baum ausbrcitet. Er wollte, daß mitjedem neuen Geschlechts der Menschen neue Kraftsproßte, daß die Jüngern auch von den Fehlern derAlten sowohl als von ihren Vorzügen lernen soll-