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Religion und Theologie Theil 4 (1826) Christliche Reden und Homilien ; 2
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148
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Christliche 3k eben

nieinschaftlichcn Geiste gelenkt zu werden: sobald se-he» wir auch mehrere Fähigkeiten des menschliche»Geschlechts sich entwickeln; ihre Vernunft sproßtehöher, ihre Thätigkeit gewann weitern Raum.Es ist ein trauriger Anblick, wenn wir in der Ge-schichte sehen, wie tief ein einzelnes Volk, noch mehrein einzelnes Geschlecht verfallen kann, wenn eSnicht durch die Verbindung mit andern Geschlechtern,durch den Antrieb einzelner großer und wohllhätigerMenschen gleichsam heraufgehoben, hecaufgestellt wird.Die besten Fähigkeiten upd Kräfte in ihm schlafe»,als ob sie nicht da wären; das Volk weiß selbstnicht, daß cs sie habe, und so sind manche Men-schengeschlechter, von einem engcn Kreise umschränkt,beinahe bis zum Thicre herabgesunken, und Jahr-hunderte hin in einem rohen hüflosen Zustande ge-blieben. Was die schönsten Fähigkeiten der Men-schen geweckt, was ihre Glückseligkeit und Bildungin einem viel höher» Grade befördert hat, warNegierung: ihr sind wir die glänzendsten Früchtedes menschlichen Geistes, die so sehr vermehrte Thä-tigkeil der menschlichen Kräfte schuldig.

Ein Mensch, eine Familie, die sich Alles alleinseyn sollen; wie wenig können sie sich seyn! wieunvollkommen müssen sic sich alles schaffen und aus-führen! Gott hat eine Verschiedenheit in unserGeschlecht gelegt, die wir bei keiner andern Art derLebendigen finden: eine Verschiedenheit an Kräftenund Neigungen, an Fähigkeiten und Trieben. DieGesellschaft der Menschen ist, wie Paulus sagt, einKörper mehrerer Glieder, wo dies bestimmtist, Auge, jenes Fuß zu seyn; kein einziges aber