und Homilien.
belohnet. Gegenseitig macht die zarte Schwachheitder Kinder sie der Regierung und Leitung ihrer El-tern so ausgezeichnet fähig. Ein unverdorbenes Kindglaubt seinen Eltern, weil es noch von keiner Falsch-heit weiß : es folgt ihrer Leitung, weil es sich selbstnoch nicht leiten kann: cs gewöhnt sich an Dank-
barkeit und Liebe, weil cs sieht, daß man ihm mitDankbarkeit und Liebe zuvorkommt, und weil csja alle Wohlthatcn des Lebens aus der Hand seinerEltern genießet. Die höhere Macht, die reiferenKenntnisse, das größere Ansehen dieser drückt sichals eine Gvttergcstalt, als das erste Bild einerObrigkeit ihren Seelen ein; und so werden sieauf dem sanftesten Wege gewöhnt, auch den Vor-schriften ihrer Lehrer, den Gesehen ihrer Lbcrn mitUnterwerfung und kindlichem Gehorsam zu folgen.
Die Geschichte des menschlichen Geschlechts zeigt,daß alle Regierung ursprünglich aus dieser Vaterre-gierung entstanden sey: denn Familien waren eherals Völker, Vater waren früher als'Regenten, ja,die ersten Könige, Fürsten und Priester waren nurVater. So heißt Abraham ein Fürst Gottes, weilGort sagen konnte: ich weiß, er wird befeh-len seinen Kindern und seinem Hausenach ihm, daß sie de» Herrn Gebot hal-ten und thun, was recht und gut ist.Dies sind die Gründe, dies ist auch der höchste Zweckdes Gebäudes aller menschlichen Regierung. DerName: Vater des Volks, kindlicher Gehorsam derUnterthanen gegen ihren Fürsten, schließt alle Pflich-ten und alles Glück ein, was eine menschliche Ver,
Herders Werke;> Rcl. u. Theot. IV. K