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Christliche Reden
giert zu werden. Alle werden wir schon unter einerRegierung geboren, dos ist die Pflege und Aufsichtunserer Eltern ; und so wenig sich ein Mensch einenandern Eingang ins Leben wählen kann, als dendie Vorsehung uns bestimmt hat, so wenig hangtüberhaupt Regierung im Ganzen von unsrer Will-kühr ab; sic" ist vielmehr in der innern Einrichtungunsers Geschlechts selbst gegründet. Von der Ge-burt an hat Gott Bande zwischen den Menschen ge-knüpft, die die Willkühr einzelner und aller Gliedernicht erfand, die sie auch nicht zerreißen kann, ohneden Zweck des ganzen Geschlechts zu vernichten. DerMensch wird schwach, und schwächer, als irgend einander lebendiges Geschöpf geboren : er bringt Fähig-keiten auf die Welt, und zwar unter Allem, waswie kennen, die großesten Fähigkeiten; sie sind aberalle noch unentwickelt, sie müssen erst durch Uebung,Gebrauch und Erziehung wirkliche Kräfte werden.Diese Erziehung ist also die erste Regierung; undcs ist unlaugbar, daß Gott für sie die sanftestenBande gewählt habe, die Menschen an Menschenfesseln können. Es sind nämlich die Bande derLiebe und des kindlichen Gehorsams. Eltern liebenihre Kinder, noch che sie liebenswürdig sind: sie lie-ben sie mehr, als diese sie je wieder lieben. Unmit-telbar hat sie Gott an ihr Herz geknüpfet, daß siesie als Theile von sich anseben und mit unnennba-rer Regung sich selbst in ihnen lieben. Das Gutealso, was sie ihnen erweisen, die Mühe, die sie fürdieselben übernehmen, thun sie nicht aus kalterPflicht oder aus eigennütziger Hoffnung, sondernaus innerni Triebe, aus einer Freude, die sich selbst
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