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Religion und Theologie Theil 4 (1826) Christliche Reden und Homilien ; 2
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Christliche Reden

Art; es war das innigste Gefühl von Erfurcht gegenGott, ihren Wvhlthatec und obersten Richter. Siefühlten, daß sie ihm alles schuldig seyn und seineStelle nur vertreten auf Erden. Sie wurden ge-wahr, daß nur in Gottes Namen ihnen das Volkwillige Pflicht und kindlichen Herzensgehorsam er-wiese, und daß mit der Religion zugleich der Adelihres Berufs, der Zweck ihrer Thatcn, ja das Bandaller Pflichten und Verbindungen .wegfalle. Siedachten sich also gern vor den obersten Blick derGüte und Ordnung, der sie Rechenschaft schuldigwaren von ihren Werken; und je edlere Mühe sieaufznweisen harten, desto freudiger dachten sie andiese Rechenschaft vor dem höchsten Lichte. DasGefühl einer unmittelbaren Vorsehung leitete siealso, und ward von ihnen unabtrennlich: denn cSgab ihrem Geiste Starke und Ruhe, Festigkeit undunerschütterte Großmuth. Sie verziehen sich nichts,auch wenn sie kein Mensch anklagen konnte; weilder innere Richter ihnen nichts verzieh, weil dieStimme in ihrem Herzen und ihr Vorbild siestrafte sie strafte, aber auch dafür mit einerGottesfreude lohnte, an deren Süßigkeit kein mensch-liches Lob, keine staunende Bewunderung reichet.

In der Sprache aller Völker hießen Regentenvon Alters her G o tt es - G e b o r n e, Himmcls-söhne; die Schrift selbst nennt sic Götter derErde. Wie? und sic sollten ihren hohen Vaternicht kennen wollen? sie sollten den Samen ihreshimmlischen Berufs und Ursprunges nicht in ihrerBrust tragen? So hatten sie die Beglaubigungveclohren, durch die sie sind, was sic sind, durch