So dachten jene große, gute, ewiggeprieseneFürsten, am meisten die, so nicht zum Throne ge-boren , sondern dazu berufen, von Gott und Men-schen dazu erwählt waren. Auch jene lobwürdigeirHeiden dachten so, die sich in ihrem Gemüthe einBild der ewigen Ordnung, Gerechtigkeit und Gütebildeten, und dessen Nachbilder hier auf der Erdezu seyn strebten; daß Ordnung in ihrer Seeleherrschte, und Güte vor ihnen ginge und Gerech-tigkeit ihnen zur Seite stünde. So dachten auchdie cdeln Väter unsers Prinzen , die glorreichstenFürsten des sächsischen Stammes, auf deren Ange-sichte auch in ihren Bildern Treue und Güte woh-net. Die Sprüche der Pflicht und Wahrheit, diedie Geschichte aus dem Munde Otto's, Fried-richs des.Weisen u. a. aufbehalten, bezeugencs, und noch mehr bezeugen cs die Maasregeln ihrerRegierung. Die Namen solcher Fürsten sind auchnach Jahrhunderten noch heilige Namen; wenn die,die blos der Geburt und dem Range nach Fürstenwaren, vergessen im Staube modern.
IV. Endlich scy Religion das heilige Sie-gel aller unsrer Wünsche; der erquickendste Ehcen-kranz, der das Haupt eines Fürsten je schmückenkann! Ich meyne nicht jenes falsche Bild, jeneniedrige Geberde der Religion, die man lieber Ab-götterei und Aberglauben nennen sollte. Noch we-niger jene schlechte Heuchelei, die niedrigste Lügeunter allen Lügen, da ei» Fürst seinem Volke zngut Religion haben muß, oder Religion zu habenvorgiebt. — Was alle aufrichtige und große Ge-müther Religion nannten, war von einer höhern