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Christliche Reden
das Wohl auch des Geringsten sein eignes Wehl,die Sache auch des Aermsten im Lande seine eigneSache werde! Der Name, den er als Kind schontragt, sagt ihm, daß ibm die Vorsehung eine schöneBestimmung, ein glückliches Erbe gegeben, vondem er sich unabtrcnnlich glauben, in dessen Freu-de er alle seine Freude genießen soll. Jene häßlichenLeidenschaften, die an einzelnen Standen nagen,Leidenschaften, die dadurch in das Herz der Men-schen kommen, daß sie ihren Stand nicht wissen,daß sie auf Unrechte Weise darnach streben oder zuihm nicht gebildet wurden, Neid und Eitelkeit, Stolzund Habgier, Heuchelei und Unterdrückung Andrer —alle sollen schon deshalb seiner Seele fremd bleiben, weiler ihter nicht nölhig hat, weil er als ein künftiger Vaterdes Landes nur edle Neigungen in seiner Brust fühlendarf. Liebe zu seinen Unterthanen soll die Beglau-bigung seyn, die er vom Himmel bringt, daß erals ihr von Gott erwählter Erbsürst geboren wor-den. Dies sagt uns allen, m. Z. , ja dies fordertunser Herz, wenn wir für unfern Erbprinzen beten.Und um so mehr haben wir Gnade Gottes zu Er-reichung dieser Hoffnung nothig, da sich auf demLebenswege eines gcbornen Fürsten von Kindheitan so vieles zusammcnsindct, das diesem Wunschegerade encgegensteht und ihn aufhebet. Er, der zurhöchsten Gerechtigkeit gegen sich und andre da ist,wird oft frühe schon von einer Schmeichelei umla-gert, die ihm alle Eindrücke von Wahrheit undGerechtigkeit wegnimmt. Die Seele, die Gott indie Welt sandte, nur durch rühmliche Thaten Lobzu verdienen, muß mit Gewalt Lobsprüche anerken-nen und annehmen lernen, von denen sie fühlt,