und Ho Milien.
123
daß sie sie noch nicht verdiene. Unvermerkt wirdcs ihr eingepragt, daß sie ikrem Stande nach überdie Uctheile Andrer erhaben se», und sie verachtendürfe, weil es doch nur gemeine Urtheile, Meinun-gen eines unterworfenen Volks sind; gerade, alsob der Name eines Fürsten ohne Volk nur stattfände! — Sie wird endlich am meisten verführtund vergiftet, wenn ihr alles gleichgültig gemacht,wenn sie überredet wird, daß cs gleich gut ftp, wiesie denke, wie sie handle. Fürst bleibe doch Fürst;das gehorchende Volk müsse doch gehorchen — Beiwelchen Grundsätzen denn alle Pflicht aufhöret, unddie Krone ihres hohen Berufs auf Erden entehrt inden Staub fallt. Eine Gleichgültigkeit, die sichnicht anders als mit der Verzweiflung an allemGuten oder mit ungebundener unglücklicher Will-kühr endigt. —
Ferne mögen von unfcrm Prinzen alle dieseVerführungen bleiben, von Kindheit an und aufimmer ferne! Er lerne es einsehen, daß Gott selbst,der oberste König, der Quell alles Guten und allerGesetze, am treuesten nach ihnen handelt, ja daßnur dadurch Weisheit, Ordnung und Schönheit inder Welt scy, wenn Gesetze zur Glückseligkeitunwandelbar und heilig befolgt werden. Von Kind-heit auf erscheine ihm Schmeichelei als die verach-tungswürdigste Unwahrheit, bei der ein Fücstcnfohn,der ihr glaubt, seine Vernunft hingiebt, die Ver-nunft, die doch im Namen des Gottes der Wahr-heit sprechen und wirken soll auf Erden; daß einMensch, der ihr glaubt, den Schlüssel zu seinemHerzem hingiebt und sich unter die Falschheit des
"E
",-'ü