Christliche Reden
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sehen, ernsthaftem, aber unangenehmem Pflichten,nothwendigen, aber mühsamem Kenntnissen sehrzum Nachtheile werden. Der schönste Weisheits-Kranz eines Fürsten, der Kranz, an dem sich dasAuge jedes Untenhancn weidet, den jeder erretteteArme, jeder glücklich gemachte Elende mit seinenFreudentbranen trankt, ist das Lob thakigerWeisheit. Daß seine Ehre es sey, eineSache zu erforschen, und sie mit richtigemBlicke zu schätzen und zu ordnen. Daß er dasAuge des Landes, gleichsam die allgemeineVernunft desselben sey, ein Strahl von der Weis-heit des obersten Lichtes. Gort schafft Kräfte undNeigungen im Menschen; der Fürst kann sie nurfinden, wählen und anwenden. Mit je helleremBlicke er sie also findet, je unpartheyischcr er siewählt und gebrauchet; desto mehr blühen seine Ge-schäfte, desto wirksamer ist sein Geist auch in an-dern Seelen. Auf jedem edlen und rechtschaffenenDiener glanzt sodann ein Strahl vom Angesicht sei-nes Fürsten; und dieser genießt freiwillig das Zu-trauen, den Glauben, den er auch in seinen Ge-schäften, in seinen Dienern, von jedem seiner Un-terthancn fordert. Genießt er dieses Zutrauens,dieses Glaubens; wie gern kommt jedermann ihmmit Liebe und Gehorsam zuvor! Ein Blick, EinWort des Fürsten gebeut, und jeder ist bereit, seineBefehle für die besten zu halten und sie mit kind-licher Unterwerfung zu befolgen. Der große Haufeder Menschen freuet sich, weise regiert zu werden.Er hat Gefallen daran, wenn ihm sein Fürst vor-denket, so daß er, um glücklich zu seyn, nur ge-horchen dürfe. Geist der Weisheit und des