Christliche Reden
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Tyrann! und in sich selbst zuerst der Unglücklichstedes Landes. Schwache gibt Argwohn ein: er fühltesich in seinen Thatcn nicht geliebt, sondern verachttet, in seiner Denkart nicht geehrt, sondern verab-scheut; und so floh er bald den Anblick und dasWort offener Menschen — siel Schmeichlern undschlechten Geschöpfen in die Hände, weil er sich'vor^ keinem andern mit Würde und Liebe zeigen konnte;endlich sank er gar der Wollust in den Schoos,jener schwachen, entkräftenden Wollust, die nurdadurch in das Herz eines Menschen kommen kann,daß er kein edleres Vergnügen , keine schönere Freudekennet, als trage und unwirksam sich täglich imSchlamm der Ergötzlichkeiten zu bade» —
Der Prinz, für den wir beten, m. Z. , dasGewächs eines gesunden und edeln Stammes, mitStarke undBlüthe des Lebens von Gott geschmückt,wird, wie wir wünschen und hoffen, von Jugendauf eine edlere Freude kennen lernen, und sowohldas Vorbild, als die Erziehung seiner größmüthigenEltern wird ihn zu derselben führen. Was legteden Grund dazu, daß Bernhard in männlichenJahren ein Held für Religion und Freiheit Deutsch-lands mit so edlem Mulhe ward? nicht auch das,daß er in einer Schaar von Brüdern männlich undedel erzogen, das Bedürfnis seiner Zeit, die Bahnzur Ehre in seinem Stande, ja auch Arbeiten undGefahren zu rechter Zeit kennen lernte, und sie al-so, da ihn die Umstande aufriefen, als seinen Be-ruf, als seine Lebensbahn ansah? Frühe Erziehungist eine zweite Schöpfung. Der Zweig eines gesun-den Baums, gesund erzogen, wird blühend und