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Religion und Theologie Theil 4 (1826) Christliche Reden und Homilien ; 2
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115
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den Gott Königen gibt und nimmt, durchden er sie mit gutem Erfolg wie mit einergüldncn Krone krönet, oder durch Entziehungdesselben zur Schmach macht uud zu unthatigenSchatten auf Erden. Selbst die Regierung deshöchsten göttlichen Königes schildert die Schrift nichtanders, als daß er sich mit Gerechtigkeiten!)Treue fest gürte, daß er mit dem Stabeseines Mundes die Erde schlage und mitdem Athem seiner Lippen den Gottlosentödte. Ein weiser König, sagt Salomo,zerstreuet die Gottlosen; er tilget dasArge mit seinen Augen und ruhet nicht, biser mit Starke und Großmuth das Werk seinesBerufs in allen Standen vollführt hat. ZweiLaster insonderheit sinds, mit denen, wie die trau-rige Geschichte zeigt, laßige Schwachheit ihre Skla-ven von jeher strafte; es sind die fürchterlichsten,die sich ein Land an seinem Beherrscher denken kann,nehmlich Tyrannei und Wollust. Selten waren Tyran-nen wirklich starke und große Menschen : denn warumhatten fie's sonst seyn wollen und seyn dürfen? daes für eine edle, sich ihrer selbst bewußte Fürsten-scele tausendfach rühmlicher ist, über ein Land vollvernünftiger Menschen durch Vernunft zu herrschen,sie durch Liebe und Ueberzeugung zu lenken, alsdurch Gewalt und eigenmächtige Unterdrückung. Sobald aber der schwache Regent Leidenschaften diente,denen er nicht widerstehen konnte, sobald sein in-neres Gefühl ihm sagte, daß er bei seinen Absich-ten nicht durch Verstand und Liebe herrschen könne,und also zu schlechten Zwecken schlechte Mitteldurchaus bedürfe: siehe! so ward er gezwungen ein

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