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Religion und Theologie Theil 4 (1826) Christliche Reden und Homilien ; 2
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103
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Und Ho Milien. rol)

wie ebnest, wie verkürzest du uns die Wege, aufwelchen wir höher steigen I

Eben dies ist auch der schönste Aufschluß dar'über : daß Gott bei den Verfügungen seines Schick-sals so wenig auf unsre Erdenweisheic und Erdcn-glückseligkcit rechne, daß er so oft sowohl unsre be-sten Plane verwirre, als auch die zartesten Sailendes menschlichen Herzens verwunde. Unsre Erden-wcisheit ist nicht rein; die besten Wünsche ^unsresHerzens sind mit Staube befleckt und irdisch. Wennwir uns mit ihnen nur anmaßend über Gott erhe-ben und Wcltregicrer werden wollen, wessen sindwir werth, als, daß er unsre Entwürfe mit einemWinke zernichtet? Er zeigt uns, daß er uns nichtgeben darf, was wir fordern, daß er uns eben itztnicht geben dgrf, was wir schon in Händen zu ha-ben glaubten; ja, daß das, was er uns gibt, nochnicht unser, sondern als sein Geschenk immer nochin seiner Hand scz>: dcr's gab, könne es den Au-genblick auch wieder nehmen. Das sagt uns Gortdurch manche Schickungen so deutlich; immer aberauch so väterlich und linde, daß cs entschlosseneThoren scyn müssen, die immer noch verkehrt ur-theilen, und den größten Gewinn des Lebens nichtlernen wollen: auch in Wünschen Mäßigkeitund Weisheit. Ja, in Wünschen Mäßigkeitund Weisheit! ihr seyd der schönste Gewinn,aber auch die schwerste Lektion des Lebens, und,wodurch ihr auch erkauft werdet, ihr werdet nimmerzu thcucr erkauft, ihr belohnet herrlich. Mir demhöchsten, besten, weisesten Wesen einträchtig undharmonisch zu denken, sich seinem Willen in allem